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Buchtipps - Romane

Susanna, geboren 1844 in einen calvinistischen Elternhaus in der Schweiz, wandert mit ihrer Mutter zu deren Liebhaber nach Brooklyn aus. Künstlerisch begabt, schafft es die junge Frau, sich als Porträtmalerin ein eigenes Einkommen zu verschaffen. Lebenslang bleibt sie eine unabhängige Frau, die sich nicht einschränken lässt - und schon gar nicht, als sie sich mit ihrem Sohn auf den Weg in den Westen macht, um Sitting Bull zu treffen.

Violeta del Valle kommt in Chile im Jahr 1920 zur Welt, es wütet gerade die Spanische Grippe. Hundert Jahre später, zur Zeit der Corona Pandemie, erzählt sie ihr Leben. Ein feinfühliges,  mitreissendes, politisches, rührendes, spannendes Familienepos aus der Feder der großen Dame der südamerikanischen Literatur, das vom Leben ihrer Mutter inspiriert ist. Ein wunderbares Buch!

Der vermögende Max Torberg lädt ein in seine luxeriöse Ferienvilla in Südfrankreich. Die Gäste, alte Bekannte ohne näheren Kontakt, genießen leckeres Essen, feine Getränke, die schöne Umgebung, nur der Gastgeber taucht nicht auf... Eine spannende und unterhaltsame Urlaubslektüre in bester Sprache, ein echter Thommie Bayer!

So ein schöner Wohlfühlroman: Anna verlässt Arbeit, Freund und Großstadt und zieht in eine alte Fischerkate in einem kleinen Küstendorf an der schottischen Küste. Wird ihr ein Neustart inmitten der neuen Gemeinschaft, veränderten Lebenssituation und rauen Natur gelingen?

Eine katalanische Schriftstellerin lebt allein mit ihren beiden Söhnen in ihrer Traumstadt Barcelona. Sie liebt ihr Leben, ihren Beruf, ihren Lebensgefährten bis sie sich eher zufällig an eine alte Schulfreundin erinnert und ihr nun nach Jahrzehnten fast manisch nachspürt. Ein traumhaftes Buch in einer unglaublich schönen Sprache.

Lorna und ihre Tochter Ella sind eine eingeschworene Gemeinschaft und glücklich im Londoner Großstadtleben. Doch dann sterben die Eltern auf Lornas schottischer Heimatinsel, die sie als Teenager im Zorn verlassen hat. Die beiden machen sich auf den Weg nach Norden und in die Familiengeschichte ... Ein ergreifender und berührender, aber nicht kitschiger Familienroman rund um das Thema, was es wirklich zum Glücklichsein braucht.

"Die Liebende ist immer die Stärkere." Amelie Nothomb ist eine meisterhafte Erzählerin! Auf wenigen Seiten gelingt es ihr, Emotionen eines ganzen Lebens abzubilden. Sprachlich herausragend porträtiert sie die Geschichte eines Mannes, der sein ganzes Leben nur auf ein einziges, unerreichbares Ziel ausrichtet und seiner Familie, die darunter leiden muss.

Polly Flint kommt als kleines Waisenmädchen zu ihren älteren Tanten ins gelbe Haus in der englischen Marschlandschaft. Hier wächst sie auf ohne Gleichaltrige, aber mit einer großen Bibliothek. Daniel Defoes Robinson Crusoe wird ihr Lieblingsbuch und zugleich Leitfaden durchs Leben. Die britische Schriftstellerin hat wieder ein feines Buch geschrieben, Isabel Bogdan hat es hervorragend übersetzt und an dieser Stelle soll auch einmal die schöne Umschlagillustration von Elizabeth Mayville erwähnt sein.

Lily wächst in den 1860er Jahren unter schlimmen Bedingungen in einem Londoner Waisenheim auf. Von den Schwestern wird sie nur 'Fräulein Ungehorsam' genannt, weil sie versucht, sich den strengen Regeln zu widersetzen. Auch als erwachsene Frau lassen sie die schrecklichen Kindheitserinnerungen nicht los und so ergreift sie die Chance, sich zu rächen. Rose Tremain ist ein tief berührendes Buch mit einer charakterstarken Protagonistin gelungen, deren Geschichte mich sehr gefesselt hat.

Ein packender und ungewöhnlicher Roman über eine jüdisch-niederländische Familie. Balthazar und Zelda leben zusammen mit ihren Kindern in gut situierten Verhältnissen. Auf  der Suche nach einer neuen Kinderfrau trifft man auf die geflüchtete Somalierin Amal. Diese Entscheidung soll das Leben aller Beteiligten in ihren Grundfesten erschüttern. Ein gesellschaftlich, politisch und zeitgeschichtlich aktuelles und wichtiges Buch.