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Buchtipps - Biographie

Bewegend, spannend und auf der Grundlage zahlreicher Dokumente erzählt Rebecca Donner das Leben ihrer Urgroßtante Mildred Harnack. Diese war 1929 aus den USA nach Deutschland immigriert und sammelte mit ihrem Mann Arvid einen Kreis widerständiger Akademiker um sich, aus dem das Widerstandsnetz "Rote Kapelle" entstand. 1942 wurde Mildred verhaftet und - auf Sonderbefehl Hitlers - zum Tode verurteilt und hingerichtet. Eine persönliche Biographie über eine unbekannte Widerstandskämpferin.

Erneut folgt die Literaturwissenschaftlerin Unda Hörner auf vielseitige Weise bedeutenden und berühmten Frauen durch ein ganzes Jahr. Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Frida Kahlo, Else Lasker-Schüler, Erika Mann und viele andere erwarten im Schicksalsjahr 1939 ein Leben im Exil, wobei die einzelnen Lebenswege stets vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse beleuchtet werden. Eine sehr erhellende, kunstvolle und durchaus spannende Lektüre.

Ein Buch über das Leben einer Frau von 1940 bis heute. Natürlich ist es die Autobiographie der fanzösischen Schriftstellerin vor dem Hintergrund der Weltgeschehnisse und und damit schafft sie ein außergewöhnliches Dokument. "Etwas von der Zeit retten, in der man nie wieder sein wird."

Das wohl berühmteste Tagebuch der Welt wird 75 Jahre alt und zu dem Anlass erscheint diese authentische Jubiläumsausgabe im S. Fischer Verlag. Es ist die einzige autorisierte Fassung, identisch mit der Schul- und Taschenbuchausgabe und übersetzt von Mirjam Pressler. Das in weltweit 70 Sprachen übersetzte Werk gilt als Symbol für den Genozid am Judentum durch das Naziregime und ist gleichzeitig ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Dokument.

Doris Dörrie, die Filmemacherin und Schriftstellerin, ist oft und gerne unterwegs. Im Jahre 2019 durfte man noch unbeschwert verreisen und die Autorin zieht es nach Japan, Marrakesch und San Francisco. In klassischer Manier der "Heldenreisen" schreibt sie vom Aufbrechen, Gefahrenbestehen, Begegnungen, Erfahrungensammeln und Heimkehren. Oft genung schweift sie dabei vom Weg ab und erzählt nebenbei Anekdoten, Episoden und Geschichten aus ihrem Leben auf besinnliche und heitere Art. Eine abwechslungsreiche Lektüre auf hohem Niveau.

Bettina Flitner berichtet offen vom Suizid ihrer Schwester. Sie beschreibt ihre gemeinsame Kindheit in den 70er Jahren mit einer depressiven Mutter, die Schwierigkeiten des Erwachsen-Werdens und den Zusammenhalt der Geschwister, allen Widerständen zum Trotz. Eine beeindruckende, gefühlvolle und vor allem authentische Geschichte!

Eine wunderbare Biographie der französichen Künstlerin Gabrielle Buffet-Picabia, mitreissend geschrieben von ihren Urenkelinen Anne und Claire Berest. Anfang des 20.Jahrhunderts lebt die junge Musikerin, Kunstkritikerin und Schriftstellerin ein Leben in der Boheme. Mit scharfem Geist revolutioniert sie die Künste und wird zur Verfechterin des Dadaismus. In Paris treffen ihre visionären Gedanken auf fruchtbaren Boden, aber sie ist bereist auch andere europäische Metropolen Europas und der neuen Welt.

Eine anspruchsvolle und ausführliche Biographie über die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. Es geht um eine geniale und vielseitige Frau, ihr bewegtes Leben und einzigartiges Werk vor dem weltgeschichtlichen Hintergrund. Dieses großartig recherchierte Buch ist ein Muss für alle interessierten Leser:innen.

Eine geniale Buchidee: mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten unterschiedlicher Nationalitäten und aus verschiedenen Bereichen schreiben ihrem damaligen jugendlichen Ich Ratschlägen aus späterer erwachseneren Sicht. Auch die besonderen Momenten in den jeweiligen Leben finden ihren Platz. Die Anthologie setzt sich aus Textbeiträgen eines Straßenmagazins, das die Obdachlosenhilfe unterstützt, zusammen. Eine besinnliche und kurzweilige Lektüre.

Das Frühwerk der großen französischen Philologin und Philosophin, dessen Veröffentlichung ihr Lebenspartner Jean-Paul Sartre zu Verhindern wusste. Der autobiographische Roman handelt von der Freundschaft und Liebe zu ihrer langjährigen Kinder- und Jugendfreundin Zaza. Glücklicherweise hat die Adoptivtochter Simone de Beauvoirs das Erscheinen dieses, schön mit alten Briefen und Fotographien ausgestatteten Buches, ermöglicht. Eine bedeutendende feministische Lektüre.